Mini lesson "Interkulturelle Öffnung"
Interkulturelle Öffnung ist kein Einzelprojekt, sondern ein langfristiger Veränderungsprozess. Projekte wie „Zukunftsfähige Verwaltung – Interkulturelle Öffnung in Thüringer Kommunen“ (2024/25) oder „K.I.K.E.“ (2026) begleiten kommunale Verwaltungen dabei, interkulturelle Öffnung als Teil nachhaltiger Organisationsentwicklung zu verankern. Im Mittelpunkt steht ein dialogischer Ansatz: Gemeinsam mit Verwaltungen (v.a. Ausländer- und Asylbehörden) und lokalen Migrantenorganisationen werden Herausforderungen identifiziert und passgenaue Trainings und Coachings entwickelt. Grundlage sind Hinhören, Verstehen und Verändern.
Zentrale Erkenntnis:
Interkulturelle Öffnung gelingt besonders nachhaltig, wenn sie als organisationsweiter Entwicklungsprozess verstanden wird. Dialogische, prozessorientierte und selbstkritische Ansätze fördern eine bürgerorientierte, zukunftsfähige Verwaltung und schaffen die Grundlage für Vielfalt, Teilhabe und Zusammenarbeit.
Was zeigt sich?
Wiederkehrendes Muster:
Im Kontext hoher Arbeitsbelastung und wachsender Erwartungen an die Verwaltung erscheint das Thema Vielfalt häufig als zusätzliche Aufgabe gesehen zu werden.
Typische Herausforderung:
Vorbehalte in der Belegschaft, unterschiedliche Perspektiven sowie regionale Spezifika erfordern kontinuierliche Reflexion von Sprache, Haltung und Organisationskultur. Interkulturelle Öffnung ist daher ein langfristiger Prozess und keine kurzfristige Maßnahme.
Offene Fragen / Lernfelder:
Wie können interkulturelle Öffnungsprozesse dauerhaft in Verwaltungsstrukturen verankert werden? Wie erreichen Diversity-Maßnahmen alle Mitarbeitenden? Welche Maßnahmen unterstützen nachhaltige Veränderungen auf individueller, Team-, organisationaler Ebene sowie unter den jeweiligen äußeren Rahmenbedingungen?
Wo kann angesetzt werden?
- Interkulturelle Öffnung als Organisationsentwicklungsprozess verstehen und langfristig begleiten.
- Interkulturelle Öffnungsprozesse werden wirksamer, wenn sie gemeinsam mit Verwaltung, Mitarbeitenden und lokalen Migrantenorganisationen gestaltet werden. Der dialogische Ansatz ermöglicht es, konkrete Herausforderungen zu identifizieren und passgenaue Maßnahmen zu entwickeln, bspw.:
- Fortbildungen zu Themen wie interkulturelle Kommunikation, verständliche Sprache, Gesprächsführung, Konfliktmanagement, Teamkultur, Führung sowie Integration neuer Mitarbeitender.
- Beratungs-, Begleitungs- und Vernetzungsangebote für nachhaltige diversitätsorientierte Veränderungsprozesse nutzen.
- Gute-Praxis-Beispiele aus angrenzenden Regionen (v.a. ländlicher Raum) sichtbar machen und für eigene Entwicklungsprozesse nutzbar machen.
Bedeutung für die Praxis
Relevanz für kommunale Arbeit:
Interkulturelle Öffnung trägt zu einer bürgerorientierten und zukunftsfähigen Verwaltung bei. Perspektivwechsel, Personalentwicklung, digitale Zugänge und konstruktiver Umgang mit Konflikten können Effizienz, Inklusion und gesellschaftliche Teilhabe stärken.
Möglicher Ansatzpunkt:
Veränderungsprozesse auf mehreren Ebenen betrachten. Maßnahmen können auf der individuellen Ebene, der Team-Ebene, der organisationalen Ebene sowie im Rahmen äußerer Bedingungen ansetzen. Besonders nachgefragt sind Themen wie verständliche Sprache, interkulturelle Kommunikation sowie Teamentwicklung und Führung.
Weiterführende Informationen und Ressourcen
Wir danken Julia Brade vom Thüringer Zentrum für Interkulturelle Öffnung für ihren Beitrag zu dieser InnoLab mini lesson.
Weitere Informationen:
- Thüringer Zentrum für Interkulturelle Öffnung: Beratung, Fortbildungen, Vernetzung, Begleitung sowie Gute-Praxis-Beispiele zur Interkulturellen Öffnung
- Projekt „Zukunftsfähige Verwaltung – Interkulturelle Öffnung in Thüringer Kommunen“
- Projekt K.I.K.E. („Kompetenzzentrum für Integrationsmanagement und Kommunikationsentwicklung“)
- Reihe „VielFalter*“ mit Gute-Praxis-Beispielen interkultureller Öffnungsprozesse in der öffentlichen Verwaltung der neuen Bundesländer
- Publikation „Verborgene Wunden: Strukturelle Diskriminierung und die ostdeutsche Erfahrung im gesamtdeutschen Diskurs“ von Julia Brade