Online Seminare
Antisemitismus als Erfahrung und Struktur in der Verwaltung
2. September 2026, 11:00–12:00 Uhr
Nehmen Sie antisemitische Strukturen in Ihrem Arbeitsalltag wahr?
Antisemitismus wird von Fachkräften als oftmals schwer greifbar beschrieben. Häufig fehlt das Wissen zur Erkennung von und die Sicherheit im Umgang mit Vorfällen. Dabei sind antisemitische Ressentiments und Routinen strukturell tief verankert und finden sich in allen gesellschaftlichen Institutionen und Bereichen. Ein reflektierender Umgang mit Antisemitismus setzt die Auseinandersetzung mit Antisemitismusverständnissen voraus – und deren Relevanz für das eigene berufliche Handeln.
Der einstündige Online-Fachaustausch bietet einen Problemaufriss zu den Leerstellen in Bezug auf Antisemitismus im Raum Verwaltung. Zentral werden Erkenntnisse aus der pädagogischen Praxis der Kompetenzvermittlung im Feld der Antisemitismuskritik eingebracht. Hier steht die Stärkung der Wahrnehmungs-, Deutungs- und Handlungskompetenz im Umgang mit Antisemitismus im eigenen (Berufs-)Alltag im Mittelpunkt. Im Anschluss an diesen kurzen Input wird der Raum für Fragen und Diskussion geöffnet.
Referentin
Beate Klammt, Projektleiterin „ACT gegen Gewalt“ des Kompetenzzentrums antisemitismuskritische Bildung und Forschung (KOAS)
Jetzt kostenlos anmelden (Anmeldeschluss ist der 1.9.2026 um 11 Uhr. Der Link zur Teilnahme wird Ihnen am Vortag zugesendet)
Antidiskriminierungs- und Gleichstellungsdaten als Grundlage für inklusive Organisationen
14. Oktober 2026, 11:00–12:00 Uhr
Wer Vielfalt fördern und Diskriminierung abbauen möchte, braucht belastbare Informationen über die Zusammensetzung der eigenen Organisation und die Erfahrungen ihrer Beschäftigten. Differenzierte und intersektionale Antidiskriminierungs- und Gleichstellungsdaten (ADGD) helfen dabei, Ungleichheiten sichtbar zu machen, Bedarfe zu erkennen und Maßnahmen gezielt weiterzuentwickeln.
Das Seminar bietet einen praxisnahen Einstieg in das Thema und richtet sich an alle, die Vielfalt und Chancengerechtigkeit in ihren Organisationen strategisch und evidenzbasiert voranbringen möchten. Deniz Yildirim-Caliman zeigt anhand von Beispielen und Erfahrungen aus zehn Jahren Praxis, wie differenzierte Datenerhebungen gestaltet werden können und welche Potenziale, aber auch Herausforderungen damit verbunden sind.
Es erwartet Sie:
- Einführung in Antidiskriminierungs- und Gleichstellungsdaten (ADGD) und ihre Bedeutung für diskriminierungssensible Organisationsentwicklung
- Hinweise zur Erhebung differenzierter und intersektionaler Daten sowie zu Datenschutz, Freiwilligkeit und Sensibilität
- Praxisbeispiele zur Erfassung und Nutzung von ADGD in Organisationen
- Methodische Herausforderungen und Empfehlungen für eine verantwortungsvolle Datenerhebung und -auswertung
Referentin
Deniz Yildirim-Caliman ist Co-Gründerin & Wissenschaftliche Leitung des Zentrum für Data-driven Empowerment, Leadership und Advocacy (zedela) gUG.
Jetzt kostenlos anmelden (Anmeldeschluss ist der 13.10.2026 um 11 Uhr. Der Link zur Teilnahme wird Ihnen am Vortag zugesendet)
Vergangene Seminare in der Reihe
Der Online‑Fachaustausch, der vom advd im Rahmen des Innovationsprojekt BERTHA durchgeführt wurde, gab praxisnahe Einblicke in die Entwicklung und Umsetzung von Dienstvereinbarungen für diskriminierungssensible Anlauf‑ und Beschwerdestrukturen am Arbeitsplatz. Expert*innen aus der kommunalen Praxis teilten ihre Erfahrungen, ordneten rechtliche und organisatorische Fragen ein und zeigten Gestaltungsoptionen auf.
Das Modellprojekt “Vielfalt im Amt” (ViA) der Deutschlandstiftung Integration (DSI) zeigt, wie der öffentliche Dienst vielfältiger werden kann. Kern des Projekts waren bezahlte Hospitationen, Vermittlung karriererelevanter Skills und Empowerment mit dem Ziel, mehr junge Menschen mit Migrationsbiografien für eine Karriere in der Bundesverwaltung zu gewinnen. Das Projekt wurde gemeinsam mit dem DeZIM wissenschaftlich begleitet, um vertiefte Einblicke in Möglichkeiten zu erhalten, Barrieren entlang des Ausschreibungs-, Bewerbungs- und Einstellungsprozesses abzubauen und Verwaltung als Arbeitgeberin für eine vielfältige Gesellschaft attraktiver zu gestalten.
Maria Bergmann ist Psychologin und leitete bei der Deutschlandstiftung Integration das Projekt “Vielfalt im Amt”. Tomer Moalem studierte Philosophie und Psychologie. Nach seiner Tätigkeit im Projekt “Vielfalt im Amt” arbeitet er als Projektreferent im Förderprogramm “Diversify”, das politische Repräsentation und Partizipation von gesellschaftlich benachteiligten jungen Menschen stärkt.
Verwaltungsmitarbeitende stehen im Arbeitsalltag zunehmend vor herausfordernden Situationen, in denen demokratische Werte angegriffen werden und gleichzeitig Unsicherheit über das Neutralitätsgebot besteht. Diese Veranstaltung zeigte, wie Handlungssicherheit im Spannungsfeld von Neutralität und Verfassungstreue gestärkt werden kann und richtet sich an alle, die ihre Rolle in einer demokratischen Verwaltung handlungssicher und souverän ausfüllen möchten. Ziel war es, praxisnah Wege aufzuzeigen, um professionell und rechtssicher handeln zu können.
Julia Kümper ist Verwaltungsmitarbeitende und Vorsitzende des Vereins “Verwaltung für Demokratie e.V.”
Ob in der Zusammenarbeit zwischen Fachbereichen in der Verwaltung, im Austausch mit zivilgesellschaftlichen Akteuren oder im Kontakt mit Bürger*innen – wo Menschen zusammenkommen, treffen unterschiedliche Perspektiven, Interessen und Arbeitskulturen aufeinander. Das birgt nicht selten das Potenzial für Spannungen und Konflikte. Wie kann es gelingen trotzdem eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zu stärken und Veränderungen in der Kommune mutig zu gestalten?
Die Kommunale Konfliktberatung unterstützt Entscheidungsträger*innen aus Verwaltung, Politik, Initiativen, Vereinen und sozialen Trägern dabei, lokale Konfliktdynamiken besser zu verstehen und ihre Handlungsspielräume zu erweitern. Im Zentrum steht dabei die Überzeugung, dass die Menschen vor Ort die besten Expert*innen für ihre jeweilige Situation sind – und dass sie selbst passgenaue und tragfähige Strategien und Wege entwickeln können. Im Online-Seminar werden Erfahrungen aus Städten, Gemeinden und Landkreisen geteilt, die zeigen, wie Konflikte zur Chance werden können.
Verena Griesinger begleitet als Referentin Kommunen in Deutschland im Umgang mit entstehenden oder bereits eskalierten Konflikten für das K3B – Kompetenzzentrum Kommunale Konfliktberatung. Azzam Moustafa ist als Projektreferent tätig und hat seinen inhaltlichen Schwerpunkt auf migrantische Communities innerhalb kommunaler Strukturen bei das K3B – Kompetenzzentrum Kommunale Konfliktberatung.
Wie kann Vielfalt in städtischen Strukturen nicht nur anerkannt, sondern aktiv gestaltet werden? Die Stadt Köln hat durch ihr modernes Diversity-Management einen Weg gefunden, dass Vielfalt Teil der täglichen Verwaltungs- und Planungspraxis wird.
Anhand praxisnaher Beispiele zeigte das Online-Seminar, welchen strategischen Ansatz Köln geht und inwiefern das Zusammenspiel von Daten, Strategien und Beteiligung den Weg zu einer inklusiveren Stadtentwicklung ebnet.
Fabian Stangier ist Leiter der Abteilung Vielfalt im Amt für Integration und Vielfalt der Stadt Köln.
Das Online-Seminar gab einen Einblick in die Arbeit der Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus (ECCAR) und ihre Grundlage, den 10-Punkte-Aktionsplan zur Bekämpfung von Rassismus und Diskriminierung auf kommunaler Ebene in Europa. Mit ihrem neuen Projekt "Kommunen für alle? – Rassismuskritik in kommunalen Verwaltungen" richtet die ECCAR den Blick auf die internen Verwaltungsstrukturen und möchte so einen Beitrag zur rassismuskritischen Weiterentwicklung von Verwaltungshandeln leisten.
Im Rahmen des Online-Seminars setzten wir einen thematischen Schwerpunkt auf die Rolle der Kommunen in der postmigrantischen Gesellschaft und diskutierten, wie Verwaltungshandeln Vertrauen, Gerechtigkeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken kann.
Jasemin Seven leitet bei der Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus (ECCAR) das Projekt "Kommunen für alle? – Rassismuskritik in kommunalen Verwaltungen".
Viele Kommunen möchten ein vielfältigeres Personaltableau – doch der Weg dorthin ist anspruchsvoll. Welche Rolle spielen Auswahlverfahren, unbewusste Vorurteile oder strukturelle Hürden im Bewerbungsprozess? Im Online-Seminar reflektierten wir gemeinsam, warum vielfaltssensible Personalgewinnung mehr ist als gut gemeinte Offenheit. Wir zeigten auf, wie Verfahren diskriminierungssensibel gestaltet werden können – und wo erste konkrete Ansatzpunkte liegen.
Prof‘in Dr‘in Anja Seng ist Präsidentin FidAR e.V., Professorin für Personalmanagement an der FOM Hochschule Essen und dort wissenschaftliche Direktorin des Instituts für Public Management (ifpm).
Das Projekt “Zukunftsfähige Verwaltung – Interkulturelle Öffnung in Thüringer Kommunen” begleitet vier Verwaltungen in einem langfristig angelegten Veränderungsprozess. Im Zentrum steht ein dialogischer Ansatz: Gemeinsam mit den Verwaltungen sowie lokalen Migrantenorganisationen werden Herausforderungen identifiziert und passgenaue Trainings entwickelt. Ziel ist es, interkulturelle Öffnung als Teil einer nachhaltigen Organisationsentwicklung zu verankern.
Das Online-Seminar stellte erste Einblicke, Erfahrungen und Handlungsansätze vor – und lud zur Diskussion über übertragbare Praxis ein.
Julia Brade (Thüringer Zentrum für Interkulturelle Öffnung) ist Projektleiterin des vom Land Thüringen und der Robert-Bosch-Stiftung geförderten Projekts “Zukunftsfähige Verwaltung – Interkulturelle Öffnung in Thüringer Kommunen.”
Wie wirken Maßnahmen zur Förderung von Vielfalt wirklich? Das Online-Seminar zeigte, warum Sensibilisierungsangebote für Mitarbeitende je nach Organisation und Vielfaltsdimension sehr unterschiedlich greifen. Der Erfolg von Diversity-Maßnahmen hängt von vielen Faktoren ab – etwa der Vielfalt im Team, dem Umgang mit Konflikten und der Identifikation der Mitarbeitenden mit der Organisation. Auf Basis aktueller Forschung diskutierten wir offen, wie diskriminierungssensible Praxis gelingen kann – jenseits vereinfachter Debatten über Diversity.
Prof‘in Dr‘in Ines Michalowski ist Religionssoziologin an der Universität Münster. Sie lehrt dort u.a. im Studiengang “Diversität und soziale Ungleichheit”.