Online Seminare
Verwaltung als Spiegel der Gesellschaft: Erfahrungen aus dem Modellprojekt "Vielfalt im Amt"
15.04.2026, 11 bis 12 Uhr | Mit Maria Bergmann und Tomer Moalem
Das Modellprojekt “Vielfalt im Amt” (ViA) der Deutschlandstiftung Integration (DSI) zeigt, wie der öffentliche Dienst vielfältiger werden kann. Kern des Projekts waren bezahlte Hospitationen, Vermittlung karriererelevanter Skills und Empowerment mit dem Ziel, mehr junge Menschen mit Migrationsbiografien für eine Karriere in der Bundesverwaltung zu gewinnen. Das Projekt wurde gemeinsam mit dem DeZIM wissenschaftlich begleitet, um vertiefte Einblicke in Möglichkeiten zu erhalten, Barrieren entlang des Ausschreibungs-, Bewerbungs- und Einstellungsprozesses abzubauen und Verwaltung als Arbeitgeberin für eine vielfältige Gesellschaft attraktiver zu gestalten.
Was sie erwartet
- Praxisnahe Einblicke und zentrale Lektionen zu Konzeption und Umsetzung eines Förderprogramms für mehr Vielfalt in der Verwaltung
- Perspektivwechsel: Welche Perspektiven und Bedarfe junge Menschen mit Migrationsbiografien einbrachten – und welche Barrieren sichtbar wurden
- Austausch: Zeit für Ihre Fragen und Diskussion
Maria Bergmann ist Psychologin und leitete bei der Deutschlandstiftung Integration das Projekt “Vielfalt im Amt”. Tomer Moalem studierte Philosophie und Psychologie. Nach seiner Tätigkeit im Projekt “Vielfalt im Amt” arbeitet er als Projektreferent im Förderprogramm “Diversify”, das politische Repräsentation und Partizipation von gesellschaftlich benachteiligten jungen Menschen stärkt.
Zur Anmeldung (Anmeldeschluss ist der 14.4. um 11 Uhr)
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Dienstvereinbarungen für Antidiskriminierung und Beschwerdestrukturen am Arbeitsplatz
13.05.2026, 11:00–12:30 Uhr
Im Rahmen der InnoLab‑Online‑Seminarreihe laden wir zu einer Kooperationsveranstaltung mit dem Antidiskriminierungsverband Deutschland (advd) ein.
Der Online‑Fachaustausch, der vom advd im Rahmen des Innovationsprojekt BERTHA durchgeführt wird, gibt praxisnahe Einblicke in die Entwicklung und Umsetzung von Dienstvereinbarungen für diskriminierungssensible Anlauf‑ und Beschwerdestrukturen am Arbeitsplatz.
Expert*innen aus der kommunalen Praxis teilen ihre Erfahrungen, ordnen rechtliche und organisatorische Fragen ein und zeigen Gestaltungsoptionen auf. Das Online‑Format bietet Raum für Fragen, Reflexion und Austausch.
Die Veranstaltung knüpft an die Zielsetzung der InnoLab‑Online‑Seminarreihe an, Impulse aus dem Innovationslabor zu vertiefen und für weitere Kommunen nutzbar zu machen.
Eingeladen sind Mitarbeitende in Anlaufstellen (z.B. Beauftragte, Personalräte, Betriebsräte, Vertrauenspersonen) und Mitarbeitende von Beschwerdestellen, Mitarbeitende und Multiplikator*innen mit Schwerpunkt Diskriminierung am Arbeitsplatz ebenso wie kommunale Fachkräfte sowie alle, die Vielfalt in Verwaltungen aktiv stärken möchten.
Weitere Informationen zum Online-Fachaustausch
Anmeldung:
Bitte melden Sie sich bis zum 6. Mai unter bertha@antidiskriminierung.org an. Den Zoom-Link erhalten Sie kurz vor der Veranstaltung per E-Mail.
Vergangene Seminare in der Reihe
Verwaltungsmitarbeitende stehen im Arbeitsalltag zunehmend vor herausfordernden Situationen, in denen demokratische Werte angegriffen werden und gleichzeitig Unsicherheit über das Neutralitätsgebot besteht. Diese Veranstaltung zeigte, wie Handlungssicherheit im Spannungsfeld von Neutralität und Verfassungstreue gestärkt werden kann und richtet sich an alle, die ihre Rolle in einer demokratischen Verwaltung handlungssicher und souverän ausfüllen möchten. Ziel war es, praxisnah Wege aufzuzeigen, um professionell und rechtssicher handeln zu können.
Julia Kümper ist Verwaltungsmitarbeitende und Vorsitzende des Vereins “Verwaltung für Demokratie e.V.”
Ob in der Zusammenarbeit zwischen Fachbereichen in der Verwaltung, im Austausch mit zivilgesellschaftlichen Akteuren oder im Kontakt mit Bürger*innen – wo Menschen zusammenkommen, treffen unterschiedliche Perspektiven, Interessen und Arbeitskulturen aufeinander. Das birgt nicht selten das Potenzial für Spannungen und Konflikte. Wie kann es gelingen trotzdem eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zu stärken und Veränderungen in der Kommune mutig zu gestalten?
Die Kommunale Konfliktberatung unterstützt Entscheidungsträger*innen aus Verwaltung, Politik, Initiativen, Vereinen und sozialen Trägern dabei, lokale Konfliktdynamiken besser zu verstehen und ihre Handlungsspielräume zu erweitern. Im Zentrum steht dabei die Überzeugung, dass die Menschen vor Ort die besten Expert*innen für ihre jeweilige Situation sind – und dass sie selbst passgenaue und tragfähige Strategien und Wege entwickeln können. Im Online-Seminar werden Erfahrungen aus Städten, Gemeinden und Landkreisen geteilt, die zeigen, wie Konflikte zur Chance werden können.
Verena Griesinger begleitet als Referentin Kommunen in Deutschland im Umgang mit entstehenden oder bereits eskalierten Konflikten für das K3B – Kompetenzzentrum Kommunale Konfliktberatung. Azzam Moustafa ist als Projektreferent tätig und hat seinen inhaltlichen Schwerpunkt auf migrantische Communities innerhalb kommunaler Strukturen bei das K3B – Kompetenzzentrum Kommunale Konfliktberatung.
Wie kann Vielfalt in städtischen Strukturen nicht nur anerkannt, sondern aktiv gestaltet werden? Die Stadt Köln hat durch ihr modernes Diversity-Management einen Weg gefunden, dass Vielfalt Teil der täglichen Verwaltungs- und Planungspraxis wird.
Anhand praxisnaher Beispiele zeigte das Online-Seminar, welchen strategischen Ansatz Köln geht und inwiefern das Zusammenspiel von Daten, Strategien und Beteiligung den Weg zu einer inklusiveren Stadtentwicklung ebnet.
Fabian Stangier ist Leiter der Abteilung Vielfalt im Amt für Integration und Vielfalt der Stadt Köln.
Das Online-Seminar gab einen Einblick in die Arbeit der Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus (ECCAR) und ihre Grundlage, den 10-Punkte-Aktionsplan zur Bekämpfung von Rassismus und Diskriminierung auf kommunaler Ebene in Europa. Mit ihrem neuen Projekt "Kommunen für alle? – Rassismuskritik in kommunalen Verwaltungen" richtet die ECCAR den Blick auf die internen Verwaltungsstrukturen und möchte so einen Beitrag zur rassismuskritischen Weiterentwicklung von Verwaltungshandeln leisten.
Im Rahmen des Online-Seminars setzten wir einen thematischen Schwerpunkt auf die Rolle der Kommunen in der postmigrantischen Gesellschaft und diskutierten, wie Verwaltungshandeln Vertrauen, Gerechtigkeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken kann.
Jasemin Seven leitet bei der Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus (ECCAR) das Projekt "Kommunen für alle? – Rassismuskritik in kommunalen Verwaltungen".
Viele Kommunen möchten ein vielfältigeres Personaltableau – doch der Weg dorthin ist anspruchsvoll. Welche Rolle spielen Auswahlverfahren, unbewusste Vorurteile oder strukturelle Hürden im Bewerbungsprozess? Im Online-Seminar reflektierten wir gemeinsam, warum vielfaltssensible Personalgewinnung mehr ist als gut gemeinte Offenheit. Wir zeigten auf, wie Verfahren diskriminierungssensibel gestaltet werden können – und wo erste konkrete Ansatzpunkte liegen.
Prof‘in Dr‘in Anja Seng ist Präsidentin FidAR e.V., Professorin für Personalmanagement an der FOM Hochschule Essen und dort wissenschaftliche Direktorin des Instituts für Public Management (ifpm).
Das Projekt “Zukunftsfähige Verwaltung – Interkulturelle Öffnung in Thüringer Kommunen” begleitet vier Verwaltungen in einem langfristig angelegten Veränderungsprozess. Im Zentrum steht ein dialogischer Ansatz: Gemeinsam mit den Verwaltungen sowie lokalen Migrantenorganisationen werden Herausforderungen identifiziert und passgenaue Trainings entwickelt. Ziel ist es, interkulturelle Öffnung als Teil einer nachhaltigen Organisationsentwicklung zu verankern.
Das Online-Seminar stellte erste Einblicke, Erfahrungen und Handlungsansätze vor – und lud zur Diskussion über übertragbare Praxis ein.
Julia Brade (Thüringer Zentrum für Interkulturelle Öffnung) ist Projektleiterin des vom Land Thüringen und der Robert-Bosch-Stiftung geförderten Projekts “Zukunftsfähige Verwaltung – Interkulturelle Öffnung in Thüringer Kommunen.”
Wie wirken Maßnahmen zur Förderung von Vielfalt wirklich? Das Online-Seminar zeigte, warum Sensibilisierungsangebote für Mitarbeitende je nach Organisation und Vielfaltsdimension sehr unterschiedlich greifen. Der Erfolg von Diversity-Maßnahmen hängt von vielen Faktoren ab – etwa der Vielfalt im Team, dem Umgang mit Konflikten und der Identifikation der Mitarbeitenden mit der Organisation. Auf Basis aktueller Forschung diskutierten wir offen, wie diskriminierungssensible Praxis gelingen kann – jenseits vereinfachter Debatten über Diversity.
Prof‘in Dr‘in Ines Michalowski ist Religionssoziologin an der Universität Münster. Sie lehrt dort u.a. im Studiengang “Diversität und soziale Ungleichheit”.